Mediation On Air II - Hintergrund und Fernsehbeitrag
Das Berufsbild des Steuerberaters umfasst weit mehr als nur die Erstellung von Steuererklärungen oder Bilanzen. Mediation (Wirtschaftsmediation) als neues und wichtiges Arbeitsfeld eines Steuerberaters beweist, wie vielfältig und umfangreich dieser Beruf ist.
Kein Wunder also, dass die Medien – allen voran das ZDF mit ihrem Fernsehbeitrag im Morgenmagazin – Interesse an diesem spannenden Feld hegen.
Dennoch ist der Zugang zur Tätigkeit des Mediators nicht gesetzlich geregelt. Zwar gibt es private Bildungseinrichtungen, die Ausbildungen zum Mediator anbieten – eine staatlich anerkannte Prüfung ist derzeit in Deutschland jedoch nicht möglich. „Mediator“ darf nicht als Titel neben dem „Steuerberater“ geführt werden, sondern allenfalls als Tätigkeitsschwerpunkt.
Ein erster Schritt zur Regelung dieser Ausbildung wird aus den eigenen Reihen gemacht. Elke Knühmann, Vizepräsidentin des Verbandes und selbst Mediatorin, hat im Arbeitsstab des DStV für zukünftige Fachberater- Ausbildungen mitgearbeitet. Dabei wurden die Standards für die Ausbildung mit der Bezeichnung „Fachberater für Mediation und Konfliktmanagement (DStV)/Mediator (DStV)“ entwickelt und festgelegt.
Ein guter Start: Schließlich ist über diesen Arbeitskreis der Fernsehkontakt entstanden.
Doch wie kommt man eigentlich ausgerechnet als Steuerberaterin /Steuerberater zur Mediation?
Bei Elke Knühmann, der Vizepräsidentin des Verbandes, resultierte diese „Berufung“ aus persönlichen, positiven Erfahrungen. Nachdem die eigene Scheidung durch Mediation positiv verlief, meldete sie sich direkt zum ersten Mediations-Lehrgang der Steuerberaterkammer Niedersachsen im Herbst 2003 an.
Nach erfolgreicher Teilnahme mit weiteren Kollegen aus Oldenburg, u.a. Ulrike Arndt und Gerold Freese, organisiert diese „Pilotgruppe“ seither regelmäßig Fortbildungen und unterstützt sich gegenseitig durch Supervision.
Steuerberater haben fundierte wirtschaftliche und rechtliche Kenntnisse, die neben den psychologischen und systemischen helfen, vielschichtige Konfliktszenarien nicht nur auf kollektiver und persönlicher, sondern vor allem auf sachlicher Ebene zu durchschauen. Hinzu kommt, dass sie von Berufswegen zur Verschwiegenheit verpflichtet und es gewohnt sind, zwischen widerstrebenden Interessen zu vermitteln. Daraus resultiert eine lösungsorientierte Grundeinstellung.
Gerade bei Wirtschaftsmediation geht es oft um den Unternehmenswert, um die Zukunftssicherung des Unternehmens, um die Produktpalette, die Konkurrenzsituation, den Markt, Standorte, aber auch Rechts- und Steuerfolgen bestimmter Lösungen. Hier kann nur jemand vermitteln, der gelernt hat, in diesen Dimensionen zu denken und das Handwerkszeug hierzu beherrscht.
Den Fernsehbeitrag des ZDF-Morgenmagazins vom 23.10.2006 (6 MB, zu öffnen mit dem Windows Media Player) können Sie hier downloaden


