Der Bundesfinanzhof hat sich in vier aktuellen Urteilen zur Besteuerung der privaten Nutzung von Dienstwagen geäußert und die Anwendung der so genannten 1-Prozent-Regelung verschärft. Darauf macht der Steuerberaterverband Niedersachsen Sachsen-Anhalt aufmerksam.

Bislang konnten Steuerpflichtige die Vermutung einer privaten Nutzung, die zur Anwendung der 1-Prozent-Regelung führt, durch die Darlegung der Möglichkeit eines anderen Geschehensablaufs entkräften. Künftig kann ausschließlich das ordnungsgemäße Führen eines Fahrtenbuchs bzw. ein arbeitsvertraglich vereinbartes Privatnutzungsverbot die Besteuerung des geldwerten Vorteils verhindern.

„Wer auf die Fahrtenbuchmethode zugreift, sollte seine Aufzeichnungen in jedem Fall lückenlos führen“, rät Prof. Dr. H.-Michael Korth, Steuerberater und Präsident des Verbandes. Hierfür sind neben Datum, Ziel und Anlass der dienstlichen Fahrt auch Angaben zum Kilometerstand vor und nach der geschäftlichen Reise unerlässlich. Für Privatfahrten und Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte genügt die Angabe der jeweils gefahrenen Kilometer. Gegebenenfalls sind diese um einen zusätzlichen Vermerk zu ergänzen.

Häufig reichen bereits kleine Unvollständigkeiten aus, und das Fahrtenbuch wird vom Finanzamt nicht anerkannt. Sowohl im Arbeitnehmer- als auch im Arbeitgeberinteresse gilt es daher, mittels zeitnaher und ordnungsgemäßer Dokumentation etwaige Unstimmigkeiten zu vermeiden.

Das Thema ist kompliziert und wirft einige Fragen auf, die Steuerberaterinnen und Steuerberater beantworten können. Einen Steuerberater finden Sie unter www.dstv.de/suchservice.

Der Steuerberaterverband Niedersachsen Sachsen-Anhalt e.V. vertritt die Interessen von mehr als 5.000 Steuerberaterinnen und Steuerberatern. Der Verband setzt sich für ein bürger- und mittelstandsfreundliches Besteuerungsverfahren ein und fördert die Zusammenarbeit zwischen den Bürgern, den Angehörigen der steuerberatenden Berufe und der Finanzverwaltung.