Der private Nutzungswert kann bei einem zum notwendigen Betriebsvermögen zählenden Geschäftswagen abweichend von der sog. 1 %-Regelung mit den auf die Privatnutzung entfallenden Gesamtkosten ermittelt werden. Hierfür ist auch Voraussetzung, dass das Verhältnis der privaten zu den übrigen Fahrten durch ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch nachgewiesen wird.

Zur Frage der Ermittlung der Gesamtkosten bei Leasingsonderzahlungen hat sich der BFH mit Urteil vom 03. September 2015  geäußert. Danach sind die in der Gewinnermittlung zu erfassenden Mietvorauszahlungen oder Leasingsonderzahlungen, die für einen Zeitraum von mehr als einem Jahr erbracht werden, nur zeitanteilig bei den „gesamten Kfz-Aufwendungen“ i.S.d. § 8 Abs. 2 Satz 4 EStG zu berücksichtigen. Maßgeblich ist, welcher Aufwand sich bei zutreffender Anwendung von Bilanzierungsgrundsätzen im VZ tatsächlich ergibt. Eine periodengerechte Aufteilung des Aufwandes über einen aktiven Rechnungsabgrenzungsposten ist auch für Zwecke der Gesamtkostenermittlung zu übernehmen.

Praxishinweis
Die aktuelle BFH-Entscheidung ist zwar zur Ermittlung des geldwerten Vorteils aus einer Dienstwagengestellung ergangen. Sie dürfte aber gleichermaßen auch bei den Gewinneinkünften gelten. Keine Aussage enthält die BFH-Rechtsprechung, ob die Verteilung der Leasingsonderzahlung selbst dann zu erfolgen hat, wenn die Gewinnermittlung nach Maßgabe von § 4 Abs. 3 EStG erfolgt. Die Behandlung der Leasingsonderzahlung alleine von der anzuwendenden Gewinnermittlungsart abhängig zu machen, wird als steuersystematisch unbefriedigend angesehen. 

Diese Rechtsprechung dürfte entsprechend auch bei der Ermittlung der Gesamtkosten für Zwecke der Kostendeckelungsmethode anzuwenden sein.
Es bleibt abzuwarten, wie die Finanzverwaltung auf diese Rechtsprechung reagieren wird.