Start der Pilotphase am 1.6.2017

Die sogenannte E-Bilanz ist mit knapp 2,4 Millionen Übermittlungen mittlerweile ein Massenverfahren, das in der Praxis weitestgehend reibungslos funktioniert. Hierbei sind die meisten Unternehmer dazu verpflichtet, den Inhalt von Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung nach amtlich vorgeschriebenen Datensatz per Datenfernübertragung an die Finanzverwaltung zu übermitteln. Die Übertragung erfolgt hierbei im XBRL-Format.
Initiiert durch die deutsche Kreditwirtschaft wurde das Projekt der elektronischen Bilanzabgabe (kurz „ELBA“) ins Leben gerufen, an dem über sechzig verschiedene Teilnehmer vertreten sind. Aufgrund anderer Markenschutzrechte firmiert das Projekt nunmehr als „Digitaler Finanzbericht“. An diesem Projekt sind neben der Kreditwirtschaft und IT-Dienstleistern auch der Berufsstand durch Kammer und Verband beteiligt, um die Interessen des Berufsstandes zu vertreten.
Ziel dieses Projekts ist die Nutzung der für die Finanzverwaltung vorbereiteten Daten auch für die Kreditwirtschaft. Bisher werden die Jahresabschlüsse von den Unternehmen bzw. deren Steuerberatern überwiegend in gedruckter Form oder als PDF-Format an die Banken und Sparkassen weitergeleitet. Dort werden diese manuell erfasst, damit sie von den bank- bzw. sparkasseneigenen Analysesystemen erfasst werden können. Durch den „Digitalen Finanzbericht“ soll dieser Medienbruch zukünftig verhindert werden, indem die Daten – ebenso wie an die Finanzverwaltung – im XBRL-Format übertragen werden. Die Kreditwirtschaft verspricht sich hiervon Zeit- und Kostenersparnisse. Positive Effekte hat dieses Verfahren auch für den Unternehmer als Bankkunden, da er zukünftig mit einer schnelleren Kreditentscheidung rechnen kann.
Im Rahmen dieses Projektes setzt sich der Deutsche Steuerberaterverband e.V. (DStV) mit Nachdruck dafür ein, dass für den Berufsstand durch die Übermittlung an die Banken keine zusätzlichen Haftungstatbestände entstehen können. Dieses Ziel soll durch eine Haftungsklarstellungserklärung zwischen Bank und Steuerberater erreicht werden. Die genaue Ausgestaltung dieser Erklärung ist bereits weit fortgeschritten und befindet sich kurz vor der Finalisierung.
Der Start der elektronischen Bilanzabgabe ist für den 1.4.2018 vorgesehen. Ab diesem Tag sollen dann die Jahresabschlüsse für das Wirtschaftsjahr 2017 seitens der Kreditwirtschaft erfasst werden können. Um möglichst viele Probleme im Vorwege identifizieren zu können, ist eine Pilotphase geplant, die zum 1.6.2017 starten soll. In der Pilotphase sollen Steuerberater die bereits übermittelten E-Bilanz-Datensätze an Kreditinstitute testweise weiterleiten. Haftungsrisiken sind in der Pilotphase komplett ausgeschlossen.
Die Herausforderung hierbei wird sein, geeignete Piloten zu finden, da die Mandanten von teilnehmenden Steuerberatern zugleich Kunden von teilnehmenden Kreditinstituten sein müssen. Der DStV unterstützt diese Testphase, um mögliche Probleme bereits im Ansatz erkennen und abstellen zu können. Steuerberater, die als Piloten an dieser Testphase teilnehmen möchten, können sich unter der E-Mail-Adresse pilot@dstv.de unter Nennung von Kanzleinamen und -sitz registrieren lassen. Unerlässlich für die Teilnahme sind zudem die Nennung des Softwareanbieters der Kanzlei sowie die Erlaubnis, dass wir Ihre Kanzleidaten an das Pilotprojektteam weitergeben dürfen. Seitens der Kreditwirtschaft wird ebenfalls eine Liste mit den teilnehmenden Pilotbanken erstellt werden. Durch den Abgleich beider Listen sollen geeignete Pilotteilnehmer identifiziert werden. Die Information, ob ein registrierter Steuerberater als Pilot in Frage kommt, wird per E-Mail erfolgen. Nutzen Sie die Chance, diesen Prozess mit Ihren Erfahrungen zu begleiten und stellen Sie sich als Pilotanwender zur Verfügung! Sofern Sie sich schon als Pilot angemeldet haben, müssen Sie sich nicht noch einmal anmelden.

Weiterführende Informationen finden Sie hier: https://die-dk.de/digitaler-finanzbericht/