Reaktion des Gesetzgebers auf die aktuellesten Forderungen des Bundesverfassungsgerichts zum Erbschaftssteuergesetz

Erneut muss das Erbschaftssteuergesetz nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 17.12.2014 reformiert werden. Dazu hat der Gesetzgeber eine Frist bis zum 30.6.2016.

Die Politik ist wohl entschlossen, das Gesetz bereits Ende 2015 zu verabschieden. Liegt das Gesetz nicht rechtzeitig vor, darf das Recht nach dem Tenor des Urteils weiter angewandt werden. Bis dahin kann – voraussichtlich – nach bisherigem Recht übertragen werden. Dem Gesetzgeber ist jedoch eine rückwirkende Änderungsbefugnis eingeräumt worden, soweit exzessiven Gestaltungen begegnet werden soll.

Das Seminar Aktuelles zur Erbschaftssteuer geht darauf ein, wie der Gesetzgeber auf die Forderungen aus Karlsruhe reagieren kann.

 

Referent(en) Dipl.-Fw. (FH) Wilfried Mannek, Oberamtsrat, Finanzministerium des Landes NRW

Seminarinhalte für das Seminar „Aktuelles zur Erbschaftssteuer“

  1. Verbleibende Handlungsoptionen
    1. Aktuelle Befreiungen und Verschonungsmöglichkeiten
    2. Rückforderungsrechte
  2. Bewertung des Betriebsvermögens
    1. Feststellungslast bei der steuerlichen Unternehmensbewertung
    2. Aktuelle Praxishinweise zur Bewertung in Sonderfällen
    3. Substanzwertproblematik in Beteiligungsstrukturen
    4. Kapitalisierungsfaktor
    5. Einschätzung des Wertniveaus
  3. Entwicklungen bei der Bewertung des Grundvermögens
    1. Auswirkungen der Sachwertrichtlinie
    2. Änderungen durch das Zollkodexanpassungsgesetz?
    3. Neue Regelherstellungskosten
    4. Anerkennung von Sachverständigen-Gutachten
    5. Kriterienkatalog bei der Prüfung von Sachverständigen-Gutachten
    6. Keine neue Tatsache beim Verkehrswertnachweis
    7. Keine Anwendung des Immobilien-Preis-Kalkulators
  4. Aktuelle Lösungshinweise zu Praxisfragen
    1. Finanzmitteltest in der Praxis
      1. Änderung des ErbStG durch das AmtshilfeRLUmsG
      2. Berechnungsbeispiele
      3. Wann sind Finanzmittel „jung“?
      4. Bereichsausnahme „Cash-Pool-Gesellschaften“
    2. Umgehung der Überentnahme?
    3. „Sylt-GmbH“ versus „Cash-GmbH“
    4. Anteilsbewertung bei abweichender Gewinnverteilung
    5. Nochmals: EuGH zum Freibetrag bei beschränkter Steuerpflicht
    6. Risiko: einheitliche Optionsverschonung, FG Münster
    7. Ermittlung der Lohnsummen in Umwandlungsfällen
    8. § 13a Abs. 5 ErbStG in Einbringungs- und Umwandlungsfällen
    9. Sachverständigenkosten als Nachlassverbindlichkeit
    10. Schenkungsteuer, Verpflichtung zur Pflege im Bedarfsfall
    11. Problematik der Steuerpflicht von verdeckten Gewinnausschüttungen