Für die richtige Beratung und Unterstützung Ihrer Mandanten, wenn sich der Betriebsprüfer ankündigt

Halbtagesseminar zur Einführung

Die Betriebsprüfung ist für viele Selbständige ein einschneidendes Erlebnis. Fast alle Mandanten benötigen Beratung und Unterstützung, wenn sich der Betriebsprüfer ankündigt. Das Land Niedersachsen will noch in dieser Legislaturperiode 500 neue Betriebsprüfer ausbilden und einsetzen. Es „drohen“ deshalb mehr Betriebsprüfungen, die zudem vielfach von jungen, unerfahrenen Betriebsprüfern durchgeführt werden. Umso wichtiger ist es, dass der Steuerberater die rechtlichen Grenzen der Betriebsprüfung kennt und einfordert. Wer die rechtlichen Grundlagen, die zulässigen Prüfungsmethoden sowie die praktischen Abläufe von Seiten des Finanzamts kennt, ist klar im Vorteil und kann sein Mandat festigen, statt es in dieser Ausnahmesituation zu gefährden.

Die Betriebsprüfung befindet sich zurzeit in einem starken Veränderungsprozess. Die klassische Papier- und Belegprüfung wird immer mehr durch digitale Prüfungsprozesse ergänzt und abgelöst. Die E-Bilanz wird diesen Prozess weiter beschleunigen. Erfahren Sie, wie die Steuerverwaltung aktuell vorgeht und wie der Steuerberater seinem Mandanten auch ohne tiefere EDV-Kenntnisse helfen kann.

Bargeschäfte stehen zurzeit besonders im Fokus der Finanzverwaltung. Mängel in der Kassenbuchführung werden deutlich strenger geahndet als früher. Spezialisierte Betriebsprüfer werten Registrierkassen und EDV-Systeme aus. Wie können Hinzuschätzungen und ein „Besuch“ der Steuerfahndung vermieden werden? Lernen Sie die aktuelle Vorgehensweise der Finanzverwaltung kennen.

Das Halbtagesseminar vermittelt einen kompakten Überblick mit zahlreichen anschaulichen Praxisfällen und bringt Ihr Wissen auf den aktuellen Stand.

 

Referent(en) Dr. Christian Kläne, Oberregierungsrat, Sachgebietsleiter Betriebsprüfung, Finanzamt für Großbetriebsprüfung, Oldenburg

Seminarinhalte für das Seminar „Betriebsprüfung im behördlichen Verfahren“

  1. Betriebsprüfungsrisiko vermindern – wie wählt das Finanzamt aus?
    1. Organisation der Betriebsprüfung in Niedersachsen, Prüfungsarten
    2. Die Einteilung der Betriebe in Größenklassen
    3. Der Prüfungsturnus
    4. Typische Prüfungsanlässe (Kontrollmitteilungen, Gewinnschwankungen etc.)
  2. Der Ablauf der Betriebsprüfung in Recht und Praxis
    1. Prüfungsanordnung, Fragebögen
    2. Prüfungsort
    3. Vorlagepflichtige Unterlagen, Mitwirkungspflichten, Grenzen
    4. Rechte und Pflichten des Betriebsprüfers, Unternehmers, Steuerberaters
    5. Schlussbesprechung, Prüfungsbericht
  3. Klassische Prüfungsmethoden
    1. Äußerer/Innerer Betriebsvergleich
    2. Kalkulation (Gastro, Taxi, Friseur)
    3. Geldverkehrsrechnung
  4. Datenzugriff/digitale Betriebsprüfung
    1. Rechtsgrundlagen
    2. Wie viel EDV-Kenntnis benötigt der Steuerberater?
    3. Die Daten sind nicht lesbar oder wurden gelöscht; die Schnittstelle fehlt… – typische Probleme und deren Lösung
    4. Die Prüfsoftware IDEA – was kann sie (nicht)?
    5. Benford und Chi-Quadrat
    6. Das Verzögerungsgeld – Theorie und Praxis
    7. Ausblick – neue Prüfungsmethoden
  5. Aktueller Prüfungsschwerpunkt Bargeschäfte
    1. Die Bedeutung der Kassenführung
    2. Aufzeichnungspflichten bei Bargeschäften
    3. Erleichterungen für Einnahmeüberschussrechner
    4. Registrierkassen, PC-Kassen, offene Ladenkasse
    5. Manipulation von Kassensystemen
    6. Anwendung der Kassenrichtlinien (BMF-Schreiben vom 9.1.1996 und 26.11.2010)
    7. Schätzungen vermeiden
    8. Risiko Steuerfahndung erkennen und minimieren
  6. Zeitnahe Betriebsprüfung – Chance oder Risiko?
    1. Rechtsgrundlagen
    2. Vor- und Nachteile
    3. Praktischer Ablauf