Fallvarianten in Deutschland, Grundlagen und Einzelfälle

Ein Acht-Stunden-Seminar zur Umkehr der Steuerschuldnerschaft in Deutschland? Ende 2001 – bei Einführung des § 13b UStG im Steueränderungsgesetz 2001 – wäre diese Frage mit einem Kopfschütteln beantwortet worden.

Damals wurde das in der UStDV geregelte Abzugsverfahren u.a. für Werklieferungen und sonstige Leistungen ausländischer Unternehmer in das UStG übernommen, der Leistungsempfänger wurde vom bloß Haftenden zum Steuerschuldner und Vorsteuerabzugsberechtigten in einer Person. Heute, nach zahlreichen Erweiterungen und Ergänzungen, wundert sich keiner mehr, dass auch Leistungen inländischer Unternehmer erfasst werden. Bis 31. März 2004 war dies nicht richtlinienkonform.

Das Seminar vermittelt Ihnen die Grundlagen und das nötige Spezialwissen für die Anwendung des Reverse-Charge-Verfahrens nach § 13b UStG.

 

Referent(en) Dipl.-Fw. Jürgen R. Schott, Steuerberater, Wustermark
Uhrzeit jeweils 9.00 bis 17.00 Uhr

Kosten für das Seminar „Steuerschuldnerschaft nach § 13b UStG*“

Die Gebühr je Teilnehmer beträgt Euro 160.00 und beinhaltet auch die Kosten für die Arbeitsunterlage sowie die erweiterte Pausenbewirtung – ausgenommen das Mittagessen.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Sollten wir Ihre Anmeldung wegen Überbuchung des Seminars ausnahmsweise nicht berücksichtigen können, werden wir Sie benachrichtigen.

Seminarinhalte für das Seminar „Steuerschuldnerschaft nach § 13b UStG*“

  1. Allgemein
    Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers: Warum, Wieso, Weshalb? Was sagt das Gemeinschaftsrecht? Die gesetzlichen Fundstellen. Systematiken der Steuerschuldumkehr. Entstehung der Steuerschuld. Eingangsrechnung relevant? Wann ist das Verfahren zwingend anzuwenden? Risiken bei falscher Anwendung.
  2. Einzeltatbestände des Gesetzes
    1. Die Umsetzung in Deutschland: B2B als Zwangssystem. Kurzhinweis: Dreiecksgeschäfte als Zwangssystem mit Folgewirkung „innergemeinschaftlicher Erwerb“. Die inländischen freiwilligen Systeme.
    2. Die persönlichen Voraussetzungen zur Anwendung der Steuerschuldnerschaft beim Leistungsempfänger
    3. § 13b Abs. 1 UStG und die Katalogleistungen des § 13b Abs. 2 UStG
    4. Praxisschwerpunkte: Werklieferungen eines im Ausland ansässigen Unternehmers. Sonstige Leistungen eines im Ausland ansässigen Unternehmers. Lieferungen sicherungsübereigneter Gegenstände außerhalb des Insolvenzverfahrens. Umsätze, die unter das Grunderwerbsteuergesetz fallen (Grundstücke, Messeleistungen?). Die umfassenden Neuregelungen bei Bauleistungen (gesetzliche Reaktionen, die neuesten Erkenntnisse beim Widerruf der Steuerschuldnerschaft für Bauleistungen / Bauträgerfälle). Lieferung von Gas, Elektrizität und Wärme durch ausländische/inländische Lieferungen. Übertragung von Berechtigungen i.S.d. Treibhausgas-Emissionshandelsgesetzes. Lieferung von metallischen Abfällen und Metallschrott. Lieferung von Schlacken, Kunststoffabfall und Bruchglas. Reinigen von Gebäuden und Gebäudeteilen. Lieferungen von Gold und von Goldplattierungen. Lieferungen von Mobilfunkgeräten, Tablet-Computern, Spielekonsolen und integrierten Schaltkreisen. Lieferung von bestimmten edlen und unedlen Metallen.
    5. Sind Ausnahmen möglich?
    6. Besonderheiten: Unfreie Versendungen bzw. Beförderungsleistungen. Reiseleistungen
    7. Ansässigkeit – wann gegeben? Unternehmer im Ausland: Ist eine Ansässigkeitsbescheinigung erforderlich? Inländische Betriebsstätte – umsatzsteuerliche Niederlassung
    8. Die Mindestentgelte bei bestimmten Steuerschuldnerschaften: Höhe des Mindestentgelts. Was ist ein wirtschaftlicher Vorgang? Lieferungen, die über zwei Kalenderjahre erbracht werden. Wie wirken Belieferungsverträge?
    9. Lieferungen und Leistungen in den nichtunternehmerischen Bereich: Für welche Tatbestände greift hier § 13b UStG? Probleme bei Nichtbeachtung durch den Leistungsempfänger
    10. Vorsicht vor der Vereinfachungs- bzw. Vertrauensschutzregelung
  3. Sonderfälle – Spezialwissen, Rechtsfolgen, Steuerentstehung, Rechnungsproblematiken, Sonstiges
    1. Zeitpunkt der Steuerentstehung
    2. Bis wann muss die Rechnung durch den Leistungserbringer erstellt werden?
    3. Welche Anforderungen sind an die Rechnung zu stellen?
    4. Bemessungsgrundlage und Berechnung der Steuer
    5. Vorsteuerabzug des Leistungsempfängers
    6. Anzahlungs- und Abschlagsrechnungen
    7. Wirkungen „falscher Steuerausweis“ durch inländischen Leistungserbringer
    8. Ausländischer Leistungserbringer rechnet trotz § 13b UStG mit ausländischer USt ab.
    9. Vorsicht: Steuerschuldnerschaften § 13b UStG bei steuerfreien Unternehmen ohne Vorsteuerabzug
    10. Gefahrenpunkt gemeinnützige „UN“
    11. Spezialitäten: Abgrenzung zu Konsignationslagern in DE. Zolltarifauskunft für Umsatzsteuerzwecke. Vorsteuer-Vergütung in DE?
    12. Besteuerungsverfahren und Aufzeichnungspflichten: Umsatzsteuer-Voranmeldung. Umsatzsteuer-Jahreserklärung. Aufzeichnungspflichten. Aufbewahrungspflichten. Informationsabgleich in der EU
    13. Rechtsprechung
    14. Gesetzgebung aktuell

Dieses Seminar wird in Sachsen-Anhalt von der Studien-Akademie Magdeburg (SAM) am 07.06.2016 in Halle sowie am 08.06.2016 in Magdeburg angeboten. Bitte melden Sie sich für diesen Termin ausschließlich mit dem Anmeldeformular der SAM an.