Aktuelles Wissen zur Rechtsform des Mittelstandes
Die Personengesellschaft ist die Rechtsform des Mittelstandes. Sie bietet eine Reihe von Vorzügen, wie z. B. die individuelle Besteuerung der Gesellschafter oder erbschaftsteuerliche Vorteile. Allerdings ist die Besteuerung der Personengesellschaft komplex und ständigen Änderungen unterworfen. So hat der BFH erst jüngst die Frage der Trennungs- und Einheitstheorie auf den Prüfstand gestellt. Gerade die rechtssichere Anwendung der speziellen Vorschriften sind typische Aufgriffspunkte der Betriebsprüfung und führen nicht selten zu erheblichen Steuernachforderungen.

Die Entwicklungen in Rechtsprechung, Gesetzgebung und Verwaltung zeigen immer anspruchsvollere Problembereiche auf, deren Beachtung für den steuerlichen Berater unumgänglich ist.

Eine Auffrischung des Wissens um die grundsätzlichen Abgrenzungsprobleme, Übertragung von Einzelwirtschaftsgütern und Umstrukturierungsvorgängen ist sinnvoll auch im Hinblick auf die steigenden Aufgriffe von Außenprüfungen. Das Seminar wird anhand von diversen Praxisfällen die grundsätzlichen Problematiken und die jeweiligen Besonderheiten aufzeigen und Lösungsansätze darstellen.

 

Referent(en) Dipl.-Finanzwirt (FH) Matthias Greulich, Steueroberamtsrat
Groß- und Konzernbetriebsprüfung des Landes Schleswig-Holstein
Dipl.-Finanzwirt (FH) Dirk Krohn, Steueroberamtsrat
Groß- und Konzernbetriebsprüfung des Landes Schleswig-Holstein

Seminarinhalte für das Seminar „Umstrukturierung von Personengesellschaften“

  1. Unentgeltliche Übertragung von Mitunternehmeranteilen
    § 6 Abs. 3 EStG

    1. Ausschließliche Übertragung von Gesamthandsvermögen ohne Sonderbetriebsvermögen
    2. Übertragung von Gesamthandsvermögen und Sonderbetriebsvermögen
    3. Ausschließliche Übertragung von Sonderbetriebsvermögen
    4. Unentgeltliche Aufnahme einer natürlichen Person
  2. Übertragung von Wirtschaftsgütern zwischen Gesellschaftern und Personengesellschaften und umgekehrt oder zwischen Schwester-Personengesellschaften
    (§ 6 Abs. 5 EStG)

    1. Unentgeltliche und teilentgeltliche Übertragung (neue BFH-Rechtsprechung – Anwendung der Trennungstheorie?)
    2. Besonderheiten bei Übertragung zwischen Sonderbetriebsvermögen und Gesamthandsvermögen
    3. Übertragung an Kapitalgesellschaften
    4. Sperrfristen
    5. Ergänzungsbilanz zur Vermeidung von Sperrfristen
  3. Übergang von Wirtschaftsgütern aus dem Privatvermögen in das Gesamthandsvermögen
    (§ 6 Abs. 1 Nr. 5 EStG)
  4. Einbringung von Betriebsvermögen in eine Personengesellschaft –
    § 24 UmwStG

    1. Verschaffung von Gesellschaftsrechten (Buchung auf dem „richtigen“ Konto)
    2. Einbringungsobjekte: Betrieb, Teilbetrieb und Mitunternehmeranteile, 100%iger Anteil an einer Kapitalgesellschaft
    3. Teilweise Einbringung in das Sonderbetriebsvermögen
    4. Ausübung des Bewertungswahlrechts
    5. 100%iger Anteil an einer Kapitalgesellschaft als Einbringungsobjekt
    6. In Sacheinlage enthaltene Anteile an Kapitalgesellschaft
    7. Fallstudie
  5. Aktuelle Entwicklungen mit Auswirkungen auf die gestaltende Steuerberatung
    (Gesetzgebung, Rechtsprechung, Verwaltungsanweisungen)
  6. Grunderwerbsteuerliche Besonderheiten bei grundbesitzhaltenden Personengesellschaften
    1. Erwerbsvorgänge nach § 1 Abs. 1 GrEStG
      1. Einbringungsverträge
      2. Auseinandersetzungsverträge
      3. Steuervergünstigungen nach §§ 5 und 6 GrEStG
    2. Wechsel im Gesellschafterbestand einer Personengesellschaft § 1 Abs. 2a GrEStG
      1. Koordinierter Ländererlass zum § 1 Abs. 2a GrEStG
      2. Vom Tatbestand erfasste Grundstücke
      3. Anteil am Gesellschaftsvermögen Altgesellschafter / Neugesellschafter und mittelbar über eine Kapitalgesellschaft Beteiligte
      4. Nichterhebung der Grunderwerbsteuer nach § 6 Abs. 3 GrEStG im Zusammenhang mit steuerpflichtigen Gesellschafterwechseln
      5. Steuerschuldnerschaft
      6. Anzeigepflichten