Im Zuge des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) hat zum 1.1.2010 eine neue Zeitrechnung in der Bilanzierungspraxis mittelständischer Unternehmen begonnen.
Durch Abschaffung der Umkehrmaßgeblichkeit kommt es zu einer Entkopplung von handelsrechtlicher Rechnungslegung und steuerlicher Gewinnermittlung, was zu einer Vielzahl zwingender Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz in der mittelständischen Praxis führt. Daneben besteht die Möglichkeit, bilanzpolitische Maßnahmen in Handels- und Steuerbilanz weitgehend unabhängig voneinander vorzunehmen.

Erschwerend kommt hinzu, dass in Fällen abweichender Wertansätze zwischen Handels- und Steuerbilanz zwingend latente Steuern abzugrenzen sind, was gerade in der Praxis kleiner und mittlerer Unternehmen regelmäßig erhebliche Probleme bereitet.Das Seminar stellt die wesentlichen Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz anhand von Praxisfällen heraus und zeigt zudem die damit einhergehenden Konsequenzen in der Abgrenzung latenter Steuern. Auf diese Weise erfahren Sie, wie Sie latente Steuern in der Praxis kleiner und mittlerer Unternehmen zutreffend abgrenzen und richtig ausweisen.

 

Referent(en) Prof. Dr. Manfred Pollanz, Wirtschaftsprüfer/Steuerberater, Bodman-Ludwigshafen

Seminarinhalte für das Seminar „Unterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz“

  1. Situation vor BilMoG
  2. Situation nach dem BilMoG
    1. Abschaffung der Umkehrmaßgeblichkeit
    2. Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz
    3. Möglichkeit einer eigenständigen Steuerbilanzpolitik
    4. Auswirkungen der E-Bilanz
  3. Erfordernis der Abgrenzung latenter Steuern bei Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz
    1. Übersicht § 274 HGB
    2. Steuerabgrenzung außerhalb des § 274 HGB
  4. Wesentliche Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz sowie Konsequenzen in der Abgrenzung latenter Steuern dargestellt anhand von Praxisfällen
    1. Überblick
    2. Abweichungen Aktiva
    3. Abweichungen Passiva
  5. Praxisfälle zur Realisierung einer eigenständigen Steuerbilanzpolitik