Zur Frage, ob Arbeitgeberleistungen für Deutschkurse zur beruflichen Integration von Flüchtlingen zu Arbeitslohn führen, gilt nach Auffassung der Finanzverwaltung Folgendes:[1]

Berufliche Fort- oder Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers führen nach R 19.7 LStR 2015 nicht zu Arbeitslohn, wenn diese Bildungsmaßnahmen im ganz überwiegenden betrieblichen Interesse des Arbeitgebers durchgeführt werden. Bei Flüchtlingen und anderen Arbeitnehmern, deren Muttersprache nicht deutsch ist, sind Bildungsmaßnahmen zum Erwerb oder zur Verbesserung der deutschen Sprache dem ganz überwiegenden betrieblichen Interesse des Arbeitgebers zuzuordnen, wenn der Arbeitgeber die Sprachkenntnisse in dem für den Arbeitnehmer vorgesehenen Aufgabengebiet verlangt. Arbeitslohn kann bei solchen Bildungsmaßnahmen nur dann vorliegen, wenn konkrete Anhaltspunkte für den Belohnungscharakter der Maßnahme vorliegen.

Praxishinweis

Fraglich ist, ob die Grundsätze dieses Erlasses auch für den WK- bzw. BA-Abzug zur Anwendung kommen. Die Finanzämter sehen sich bereits jetzt mit den Absetzungsfragen konfrontiert. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten. Wird eine Absetzung begehrt, spricht u. E. vieles für eine Anwendung des neuen BMF-Schreibens.

[1]              BMF-Schreiben v. 04.07.2017, BStBl I 2017, 882

 

Stand: 25.9.2017