Inländischer Listenpreis und Auslandsfahrzeuge

Bei Anwendung der pauschalen Wertermittlungsmethode ist der inländische Listenpreis im Zeitpunkt der Erstzulassung zuzüglich der Kosten für die Sonderausstattung einschließlich der Umsatzsteuer maßgebend.

Der BFH hat sich mit Urteil vom 9. November 2017 [1] zur Frage der Bestimmung des inländischen Bruttolistenpreises bei Auslandsfahrzeugen geäußert.

Danach gilt Folgendes:

Existiert für das importierte Fahrzeug kein inländischer Bruttolistenpreis und ist das importierte Fahrzeug auch nicht mit einem Modell bau- oder typengleich, für welches ein inländischer Bruttolistenpreis existiert, muss der inländische Bruttolistenpreis geschätzt werden.

Die Schätzung darf nicht anhand der ausländischen Herstellerpreisempfehlung durch Währungsumrechnung erfolgen. Der ausländische Listenpreis spiegelt nicht die Preisempfehlung des Herstellers im Inland wieder. Der Listenpreis muss sich vielmehr am deutschen Absatzmarkt orientieren.

 

Praxishinweis

Die Schätzung bei einem ausländischen und nach Deutschland importierten Kfz ist folglich nicht mit den tatsächlichen Anschaffungskosten durchzuführen. Heranzuziehen ist vielmehr der typische Abgabepreis eines Fahrzeugimporteurs und Importfahrzeughändlers. Dieser Abgabepreis ist anhand der Abgabepreise anderer Importeure bei gleichen oder ähnlichen Fahrzeugen zu ermitteln und zu schätzen.

Die Entscheidung ist zwar zu einem Geschäftswagen ergangen. Sie ist aber für Dienstwagen ebenso bedeutsam.[2]

[1] III R 20/16, DStR 2018, 512

[2] § 8 Abs. 2 S. 2 EStG i.V.m. § 6 Abs. 1 Nr. 4 S. 2 EStG

 

 

Stand: 09.04.2018