Kostenabzug für Berufsbekleidung

Aufwendungen für typische Berufsbekleidung sind als Werbungskosten abziehbar.[1]

Zur typischen Berufsbekleidung gehören Kleidungsstücke, die

  • als Arbeitsschutzkleidung auf die jeweilige ausgeübte Berufstätigkeit zugeschnitten sind oder
  • nach ihrer z. B. uniformartigen Beschaffenheit oder dauerhaft angebrachten Kennzeichnung durch Firmenemblem objektiv eine berufliche Funktion erfüllen,

wenn ihre private Nutzung so gut wie ausgeschlossen ist.[2]

Demgegenüber sind Aufwendungen für bürgerliche Kleidung nicht abziehbar.

Praxishinweis

Dies gilt selbst dann, wenn die bürgerliche Kleidung überwiegend, nahezu ausschließlich oder ausschließlich im Beruf getragen wird.[3] Eine Kostenaufteilung kommt nach Auffassung der Finanzverwaltung nicht in Frage.

Ein schwarzer Anzug, schwarze Blusen und schwarze Pullover, die sich in keiner Weise von dem unterscheiden, was nach allgemeiner Übung weiter Kreise der Bevölkerung als festliche Kleidung zu besonderen Anlässen getragen wird, sind keine typische Berufskleidung. Dies gilt nach Auffassung des FG Berlin-Brandenburg[4] für alle Berufe, daher auch (und insoweit gegen BFH) für bestimmte Berufsgruppen wie Leichenbestatter, Trauerredner, katholische Geistliche und Oberkellner.

Praxishinweis

Gegen das Urteil des FG Berlin-Brandenburg ist ein Revisionsverfahren beim BFH anhängig. Einspruchsverfahren ruhen kraft Gesetzes, wenn sich der Einspruchsführer auf das anhängige Revisionsverfahren beruft.[5]

[1] § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 6 EStG

[2] R 3.31 Abs. 1 Satz 3 LStR 2015

[3] BFH-Urt. v. 18.4.1991 – IV R 13/90, BStBl II 1991, 751

[4] FG Berlin-Brandenburg, Urt. v. 29.8.2018 – 3 K 3278/15, EFG 2018, 1940, Rev. eingelegt, Az. des BFH: VIII R 33/18

[5] § 363 Abs. 2 Satz 2 AO

 

Stand: 21.1.2019